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Von Asbest zu Antimon
Das weiterhin bestehende Krebsrisiko von Bremsbelägen
Der frühere Einsatz der seit 1993 verbotenen krebserregenden Mineralfaser Asbest hat u. a. gezeigt, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil des Abriebs von Bremsen sich in der Atemluft von Ballungsgebieten wiederfindet. Man könnte erwarten, dass aufgrund dieser Erkenntnisse die Unbedenklichkeit der anderen Inhaltsstoffe von Bremsbelägen in besonderem Maße geprüft und berücksichtigt würden. Dennoch wird bis heute in den meisten Bremsbelägen speziell von LKWs zwischen 1 % und 8 % Antimontrisulfid als Festschmierstoff verwendet, für das ähnliche gesundheitliche Schäden zu befürchten sind. Insbesondere deutet alles darauf hin, dass durch die Temperaturentwicklung beim Bremsen ein Teil des Antimontrisulfids in das als krebserregend eingestufte Antimontrioxid umgewandelt wird (Ökotest, 2002). Neue Forschungsergebnisse beweisen, dass die erhöhte Belastung von Atemluft und Nahrungsmitteln in Ballungsräumen mit Antimon eindeutig durch Bremsabrieb verursacht wird (Weckwerth, 2001).
Trotz dieser seit einigen Jahren bekannten Risiken, wurde dringend benötigten weitergehenden Untersuchungen bisher keine besondere Dringlichkeit eingeräumt, z. B. welche Belastungswerte besonders betroffene Anwohner und Berufsgruppen erreichen können, wie hoch deren gesundheitliches Risiko ist und welches die effektivsten und schnellsten Gegenmaßnahmen wären. Da auch der VDA (Presseerklärung, 2002) nach Rücksprache mit Bremsbelagherstellern bisher keine Möglichkeit sieht, vor allem bei besonderen Anforderungen an Komfort und Leistungsfähigkeit von Bremsen auf den Einsatz von Antimontrisulfid zu verzichten, soll der heutige Wissensstand und das daraus erkennbare Risiko nachfolgend verdeutlicht werden.
Seiten 15 - 20
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.IMMISSIONSSCHUTZdigital.de/IMS.01.2005.015
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